Diyarbakir

Diyarbakir, die Stadt vor der mich so viele gewarnt haben: Seit ich in der Türkei unterwegs bin, habe ich versucht, mir ein Bild über die Sicherheitslage in Kurdistan zu machen, indem ich mit möglichst vielen Menschen darüber gesprochen habe. Die Meinungen reichten dabei von „Bist Du wahnsinnig? Fahr‘ auf keinen Fall dorthin, da sind die Terroristen“, meist von den eher nationalistisch eingestellten Türken ausgesprochen, bis hin zu „Klar kannst Du da hinfahren, die Kurden sind sehr gastfreundlich“, von den eher linksgerichteten Gesprächspartnern.  Nachdem ich eine Nacht im wunderschönen Sanliurfa verbracht habe, laufe ich nun durch den Stadtteil Sur innerhalb der antiken Stadtmauer von Diyabakir. Auf dem Weg zwischen Sanliurfa und Diybakir bin ich durch einige türkische Kontrollposten gefahren, konnte jedoch immer problemlos passieren. Auch hier in Diyarbakir ist die türkische Polizei allgegenwärtig. Auffällig sind die riesigen türkischen Flaggen, die überall aufgehängt wurden, ganz so, als wolle man keinen Zweifel daran lassen, wer hier das Sagen hat. Die Lage scheint eher ruhig, ich möchte trotzdem kein Risko eingehen, halte mich mit Fotos in der Nähe der Polizeiposten eher zurück. In Sur begegnen mir die Menschen überwiegend mit einem Lächeln. Leider beschränkt sich die Konversation dann doch eher auf Zeichensprache. Mit Englisch ist hier im Osten nicht mehr viel zu erreichen. Der Rezeptionist in meinem Hotel versucht trotzdem geduldig, sich mit mir zu unterhalten. Lokman, so heißt er, ist 21 und gerade von seinem einjährigen Wehrdienst zurück. Ob er dabei auch gegen Kurden, also seine eigenen Leute eingesetzt wurde, will ich wissen. „Zum Glück nicht, ich war die ganze Zeit in Ankara stationiert.“ antwortet er.

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