Kasachische Steppe

Vor gerade zwei Monaten ist meine Motorradtour in der Türkei zu Ende gegangen. Nun will ich sie fortsetzen – und habe das Gefühl, in ein anderes Land zurück zu kehren. Am 28. Juni wurde die Türkei von einem Terroranschlag am Flughafen Istanbul-Atatürk heimgesucht. Zwei Wochen später scheitern Teile des türkischen Militärs bei dem Versuch, Recep Tayyip Erdoğan durch einen Putsch zu stürzen.Mein Motorrad wartet in Van auf mich, nicht weit entfernt von der iranischen Grenze. Um sie passieren zu können, fehlt mir aber immer noch das Visum. Warum meine Anträge immer wieder abgelehnt wurden, konnte mir auch im iranischen Konsulat in Frankfurt niemand erklären. Ich muss mich wohl vorerst geschlagen geben. Als Alternativrouten weiter in Richtung Osten bleiben mir nur der Irak oder der Kaukasus. Ich entscheide mich für Letzteres. Immerhin wird mir das Transitvisum für Rußland problemlos genehmigt, Kasachstan und Georgien verlangen keines. Der nächste Ort, in dem ich Kontakte habe ist Almaty in Kasachstan. Dort will ich wieder eine Unterstellmöglichkeit für mein Motorrad finden. Dazwischen liegen 4600 km – und ich hatte mir 10 Tage für diese Reise gegeben.  Ich versuche ein paar Termine zu verlegen und erweitere auf zwei Wochen. Viel Puffer bleibt mir trotzdem nicht. Die Sicherheitslage in Tschetschenien sowie die spärliche Infrastruktur Kasachstans stellen zusätzliche Herausforderungen dar. Ausgestattet mit aktuellen Open-Source-Maps und einer Wegpunktsammlung von Horizons-Unlimited hoffe ich, Benzin-Durststrecken überbrücken zu können. Teilweise scheint es 500 Kilometer lang nichts als Steppe zu geben. Auch ein Zelt packe ich ein. Theoretisch müßte ich am Tag zwischen 400 und 800 Kilometer zurück legen. Solche Etappen sind bei 40 Grad und staubiger Steppenlandschaft deutlich fordernder, als es die bisherige Strecke durch die zivilisierte Türkei war. Ob ich durch Tschetschenien und Dagestan fahren werde, habe ich noch nicht entschieden.Ich könnte auch den Umweg über Sotchi, von rund 1000 Kilometern nehmen. Meistens bekommt man am Ort des Geschehens ein besseres Gefühl für die Situation. Ich kann kaum erwarten, dass es am kommenden Samstag los geht. Nervös bin ich allerdings auch.

3 Kommentare zu “Kasachische Steppe

  1. Tolle Sache! Ich wünsche viel Glück und schöne Begegnungen! Grüße aus Frankfurt 🙂

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